Kategorie: #DigitalMondayBlog

Der digitale Reifegrad als Motor der digitalen Transformation im Unternehmen

Der digitale Wandel beschäftigt uns als nationale Tourismusdestination auf vielen Ebenen. So hat sich die Österreich Werbung zum Ziel gesetzt, den Aufbau nötiger Kompetenzen für den digitalen und grünen Wandel der österreichischen Tourismusbranche zu fördern. Im Sinne von „walk the talk“ wollen wir in punkto digitaler Transformation mit gutem Beispiel vorangehen und das Thema auch selbst (vor-)leben. Mit der unternehmensinternen jährlichen Messung des digitalen Reifegrads haben wir uns vor zwei Jahren zu einem umfangreichen Prozess comitted, der uns dabei helfen soll, als Unternehmen die digitale Transformation zu gestalten.

Digitale Transformation: Was bringt das?

Digitale Transformation ist kein Selbstzweck, sondern verändert als Wachstumstreiber die gesamte Organisation. Die Auswirkungen des digitalen Wandels zeigen sich folglich in allen Dimensionen eines Unternehmens: Zum Beispiel, indem interne Prozesse weiterentwickelt und die Kunden- bzw. Gästeerfahrung durch digitale Kontaktpunkte gestaltet werden. Auch wenn die Österreich Werbung als Verein keine Gewinnabsicht hat, beschäftigen auch wir uns mit der digitalen Transformation von Geschäftsmodellen. Spätestens seit dem Markteintritt von Airbnb oder Uber ist klar: Egal, für wie analog man seine eigene Branche hält – „more of the same“ reicht heute nicht mehr. Gut und konsequent umgesetzt, führt die Digitalisierung zu Effizienz- und Wertschöpfungssteigerungen und hat das Potential, zu mehr Gästeorientierung im Tourismus beizutragen.

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war?

Ein wehmütiges Blicken auf die ach so schöne Vergangenheit, in der alles noch viel einfacher war … Das ist eine Einstellung, auf die ich in punkto Digitalisierung öfter treffe. Das Navigieren in einem sich aktuell so schnell verändernden, hoch technologischen Umfeld, ist in der Tat eine Herausforderung. Sowohl für Unternehmen als auch für jede und jeden Einzelnen. Die Chancen zu erkennen und in diesem Wandel die positiven Seiten für sich und das Unternehmen zu sehen, ist manchmal nicht leicht. Eine optimistische und neugierige Haltung gegenüber den Veränderungen ist aber wichtig. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen: Es ist zukünftig eine Kernkompetenz, um den Tourismus in eine erfolgreiche Zukunft führen zu können.

Fokussierung statt digitale Überforderung

Wir als Österreich Werbung haben an uns selbst den Anspruch gestellt, bei der digitalen Transformation als Vorreiter zu fungieren. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, erheben wir den digitalen Reifegrad einmal im Jahr mittels einer Befragung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Reifegrad-Evaluierung in Form einer Selbst-Einschätzung ist auch Teil unseres strategischen Reportings, das auch unserem Vereinspräsidium berichtet wird. Somit entsteht eine jährliche, systematische und ganzheitliche Analyse der digitalen Ausgangssituation. Das ist für uns die Grundlage für die Identifikation von Veränderungsaufgaben. Denn am Anfang steht die Fähigkeit zu erkennen, welche Veränderungen nötig sind. Dann erst kann man sich auf das „wie“ fokussieren. Das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und die knappen Ressourcen auf die richtigen Themen zu lenken, ist essenziell. Fehlt es daran und laufen zu viele Projekte parallel, führt das schnell zu Überforderung: gerade bei Themen rund um die Digitalisierung. Im Dschungel der digitalen Transformation kann man sich leicht verlaufen. Daher hilft uns der digitale Reifegrad, einen kontinuierlich guten Überblick zu behalten und zu fokussieren.

Mensch versus Maschine

Wobei genau geht es eigentlich beim digitalen Reifegrad? Die digitale Tool-Landschaft und die technischen Systeme sind sicher ein wichtiger Teil der digitalen Reife eines Unternehmens. Die Komplexität der Systemlandschaft wird bei uns innerhalb des Unternehmens oft als Pain-Point bewertet. Die Befragung zum Reifegrad hat dieses nochmals bestätigt und konkretisiert. Diese Insights sind ein wichtiger Ansatzpunkt für die Maßnahmengestaltung. Dennoch glaube ich, dass es zu kurz gedacht ist, nur hier anzusetzen. Denn in den Mittelpunkt jeglicher Bemühungen rund um den digitalen Transformationsprozesses sollen die Menschen stehen. Sie müssen die Nutznießer des ganzen Prozesses sein.

Was die Messung des Reifegrades nicht leisten kann, ist, konkrete Regeln vorzugeben. Es gibt für Unternehmen keinen idealen Weg der digitalen Transformation, der für alle nach demselben Schema durchlaufen wird. Um aber auf die richtigen Hebel zu setzen, benötigt es einen ganzheitlichen Blick sowie das Commitment und die Offenheit von allen im Unternehmen, mitzumachen. Die digitale Reife misst den Stand unserer Fähigkeiten auf dem Weg zur Digitalisierung des gesamten Unternehmens. Mit ihr können wir kontinuierlich Verbesserungen von Fähigkeiten, Prozessen, Strukturen und Rahmenbedingungen messen und unterstützende Maßnahmen ableiten. Innovation und laufende Anpassung sind der Motor der Digitalisierung. Diese Veränderungen sind ein fortlaufender Prozess, den man konsequent und gemeinsam gehen muss.


Teresa Karan C AlexanderHassenstein

Teresa Karan © Alexander Hassenstein

Teresa Karan arbeitet bei der Österreich Werbung im Team Open Innovation. Ihr Schwerpunkt sind Projekte, die den Tourismus von Morgen im Bereich Digitalisierung gestalten.

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