FH Technikum Wien: Digitale IT-Security Grundbildung

Im Studienjahr 2022/2023 wurde der Grundstein für die Projektreihe „Digitale IT-Security Grundbildung mit Prof. Banana“ im Masterstudiengang IT-Security an der FH Technikum Wien gelegt. Das Ziel der Projektreihe ist es, dass jedes Studienjahr Studierende weitere IT-Security Themen in das Ausbildungsprogramm von Prof. Banana aufnehmen. Im Verlauf des Studienjahres 2022/2023 wurden die ersten Themen aufbereitet und am Ende des Schuljahres zwei 4. Klassen der Volksschule Europaschule am FH Technikum Wien von den Studierenden geschult. 

Das Technikum Wien bildet als Fachhochschule für Digitalisierung und Technik in zahlreichen Studien- und Weiterbildungsprogrammen Expert*innen in verschiedenen Fachgebieten der Digitalisierung aus, darunter Informatik, Software Engineering, AI Engineering und IT-Security. Jedoch beschränkt sich unser Beitrag nicht nur auf die Ausbildung unserer Studierenden. Mit unseren Expert*innen engagieren wir uns grundsätzlich in Wissenschaft, Forschung und natürlich auch in der Gesellschaft für diese Themen.

In vielen Bereichen müssen wir viel früher mit der Ausbildung beginnen, oftmals schon im Kindergartenalter. Insbesondere der Umgang mit digitalen Medien hat hier eine hohe Bedeutung. Unsere Kinder werden mittlerweile schon sehr früh mit dem Internet konfrontiert und die Verbreitung von Mobiltelefonen im Volksschulalter nimmt stetig zu. Diese Entwicklungen betonen die Wichtigkeit, den Kindern frühzeitig beizubringen, wie sie verantwortungsbewusst mit diesen Technologien umgehen. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der Nutzung, sondern auch darauf, die potenziellen Gefahren zu vermitteln.

Im Bereich IT-Security veranstaltet die FH Technikum Wien bereits seit Jahren regelmäßig Workshops für Schulen und unterstützt seit Anbeginn die Cyber Security Challenge. Daher haben wir die Initiative von Herrn Hoheiser-Pförtner, gemeinsam mit Studierenden ein Pilotprogramm für die Ausbildung im Volksschulbereich zu entwickeln, von Anfang an positiv begrüßt, obwohl wir bisher keine Erfahrung im Primärschulbereich hatten. Die Folge war, dass eine Studierendengruppe des IT-Security Masterstudienprogrammes im Rahmen einer Projektarbeit ein Security Awareness Training in zwei Ausprägungen entworfen und letztendlich auch mit den zwei vierten Klassen getestet hat. Wir sind besonders stolz auf das Ergebnis; es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement die meisten Schüler*innen dabei waren und sich gegenseitig bei der Beantwortung der Fragen von Prof. Banana überflügelt haben. Sowohl die Schüler*innen als auch die Lehrer*innen waren überzeugt, dass viele wichtige Dinge gelernt wurden. Am Ende der Schulung haben
alle Schüler*innen der beiden Klassen der Europaschule eine Teilnahmebestätigung erhalten.

Aufgrund der positiven Erfahrungen wird die FH Technikum Wien die Initiative fortsetzen. Auch in den kommenden Jahren werden Studierende, die bestehenden IT-Security Themenfelder erweitern und auch Masterarbeiten das Themenfeld IT-Security im Primärschulbereich behandeln.

Rückmeldungen der Studierenden zum Projekt

Welche Erfahrung nimmst du aus dem Workshop für die Volksschule GTVS Europaschule für dich persönlich mit?

  • Sarah Moravec: Für mich persönlich war es das erste Mal, dass ich mit Kindern gearbeitet habe, daher nehme ich daraus mit, wie mitmachfreudig und wissbegierig Kinder in diesem Alter sein können. Der Workshop war für mich daher auch gesamtheitlich eine Erfahrung, da sich die Arbeit mit Kindern doch anders gestaltet als mit einem älteren Publikum. Außerdem wurde für mich die Relevanz des Themas noch einmal bestätigt, da doch einige Kinder schon Opfer von Internetkriminalität geworden sind. Der Workshop war für mich definitiv eine positive Erfahrung und ein Highlight.
  • Manuela Gastinger: Ich habe gemerkt, dass die Kinder teilweise schon sehr viel wissen. Wir haben im Laufe des Workshops bemerkt, dass viele Fragen für die Kinder schon komplett logisch sind. Das war für mich persönlich sehr schön zu sehen.
  • Nicholas Gettinger: Dass Kinder sehr wissbegierig auf IT-Wissen sind. Nicht alle, aber es haben deutliche einige Kinder sehr viel Interesse gezeigt, sodass man ihnen sogar schon höherstufiges Wissen beibringen könnte.

Warum ist für dich die digitale Grundbildung für Volksschulkinder wichtig?

  • Sarah Moravec: Die Welt wird immer digitaler. Ich selbst arbeite in einem Bereich, in dem wir Kunden unterstützen, ihre Prozesse zu digitalisieren. KI ist auf dem Vormarsch. Der Mensch wird immer „digitaler“. Ich denke, dass es die nächsten Jahre so weitergehen und auch bestehende und neue Gefahren mit sich bringen wird. Daher ist meines Erachtens eine Grundbildung inkl. IT-Sicherheitsaspekten schon in jungen Jahren notwendig und wichtig.
  • Manuela Gastinger: Es ist besonders wichtig, den Kindern Sicherheit in Alltagssituationen zu zeigen. Damit sie sicherer in ihrem Handeln werden und auch verstehen, dass nicht jeder Mensch etwas Gutes von ihnen möchte.
  • Nicholas Gettinger: Man kann nie früh genug damit beginnen. Hätte ich solche Kurse als Kind gehabt, hätte ich vermutlich einige Fehler nicht gemacht. Beziehungsweise kann man den Kindern gleich die korrekte Herangehensweise zeigen, ohne dass es zuerst falsch zur Gewohnheit wird.
Blogreihe „Digitale Kompetenzen – Wiener Best Practices“

Das Projekt „Digitale IT-Security Grundbildung“ der FH Technikum Wien ist eine von vielen Initiativen der DigitalCity.Wien-Blogreihe „Digitale Kompetenzen – Wiener Best Practices“. Die Best Practices zeigen, welche Maßnahmen Wiener Organisationen und Institutionen schon heute ergreifen, um unterschiedlichen Zielgruppen einen einfachen Zugang und Erwerb von digitalem Wissen zu ermöglichen.

Zur DigitalCity.Wien-Blogreihe “Digitale Kompetenzen – Wiener Best Practices” »


Mense Alexander FHTW Klein

© FH Technikum Wien

Alexander Mense ist seit 2000 an der FH Technikum Wien und Fakultätsleiter für Computer Science & Applied Mathematics sowie interim. Studiengangsleiter für den Masterstudiengang IT-Security.

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