Kategorie: #DigitalMondayBlog

Technologischer Fortschritt der KI: E-Mobility und ihre steigende Marktdurchdringung

Lange Zeit hat sich der Fortschritt der Mobilitätsbranche nur langsam vollzogen – die Technologien gab es zwar, an der breiten Nutzung scheiterte es jedoch.

Megatrends wie Klimaveränderung und Nachhaltigkeit sowie Megacitys und damit verbundenes steigendes Verkehrsaufkommen treiben den Fortschritt zurzeit an. Zum Glück erkennen auch zunehmend Regierungen und Unternehmen die Chancen, die darin stecken, und springen auf den fahrenden Zug auf. Der technologische Fortschritt von KI sowie die steigende Marktdurchdringung der Elektromobilität sorgen weiterhin dafür, dass die ursprünglich damit verknüpften Ängste langsam schwinden. Daher ist es nun an der Zeit, genauer zu betrachten, welches Potenzial neue Formen der Mobilität haben und welche damit verbundenen Herausforderungen noch angegangen werden müssen.

Elektromobilität erreicht den Tipping Point

Elektromobilität wird spätestens in den nächsten drei bis vier Jahren den Tipping Point erreichen. Österreich umfasst derzeit bereits etwa 5.000 bis 6.000 E-Ladestellen, Deutschland mehr als 20.000. Unterwegs mit dem E-Auto liegen zu bleiben, wird damit immer unwahrscheinlicher und nimmt Käuferinnen und Käufern die Angst vor diesem Horrorszenario. Die gleichzeitig stark wachsende E-Modellpalette der Autohersteller sowie die damit einhergehende Massenproduktion und Kaufprämien senken dazu die Kaufpreise. Dies wird dazu beitragen, dass sich die alternative Antriebsform von nun an stärker auf dem Markt behaupten kann.

In Österreich ist der relative Anteil an Elektroautos doppelt so hoch wie in Deutschland und auch die Wallboxen werden über ein einheitliches Förderungssystem gefördert. Vorhersagen des Energieverbrauchs mit Hilfe von KI bieten neue Möglichkeiten für die Erreichung der Klimaziele. Kombiniert man dies mit Technologien wie Vehicle-2-Grid, wird das Auto Teil des Energienetzes und trägt so neben der Fortbewegung zusätzlich zu einer Reduktion der CO2-Emission bei.

Dennoch muss, um die vollständige Marktdurchdringung und die damit verfolgten Klimaziele erreichen zu können, der Mensch als Nutzer im Mittelpunkt stehen.

User Experience steht im Zentrum der Entwicklung

Trotz der Euphorie sind es die Anwendenderinnen und Anwender, die im Zentrum der Lösungsentwicklung stehen müssen. Nur durch die Etablierung eines gewissen Standards der User Experience wird sich die Technologie auch nachhaltig durchsetzen.

Insbesondere bei der Gestaltung und dem Ausbau des E-Ladenetzes gibt es weiterhin Optimierungsbedarf.  Es ist beispielsweise notwendig, ein einheitliches und faires Bezahl- und Verrechnungsmodell der Ladesäulen für die Kundschaft zu etablieren. Derzeit ist die Ladeinfrastruktur für Fahrende noch unübersichtlich und unflexibel. Eine anbieterübergreifende Softwareplattform mit EMP-Schnittstelle, die Kunden eine Übersicht über ihre Ladeaktivitäten und -ausgaben bietet, könnte hier die Lösung sein. In Kombination mit einer API-Schnittstelle, die Daten zur Netzauslastung bereitstellt, kann für die Kundinnen und Kunden ein faires Bezahlsystem auf Basis von flexiblen Strompreisverträgen geschaffen werden.

Die optimierte User Experience würde die finale Marktdurchdringung der Technologie deutlich voranbringen. Der erste Schritt wäre hier die Kooperation der gesamten Anbieterlandschaft.

Software defined Mobility – Mobilitäts- und Reiseassistenten mit KI

Fortschritte in der künstlichen Intelligenz sorgen im Bereich des autonomen Fahrens für steigende  Zuversicht. Das Vertrauen der Kunden in derartige Systeme gewinnt daher weiter an Zuwachs – das ist wichtiger Rückenwind für neue Formen von Mobilität und Services, die dadurch angeboten werden können. So kann zum Beispiel nicht nur das Fahrerlebnis des Einzelnen, sondern können ganze (Business-)Reisen über Mobilitätsplattformen  revolutioniert werden.

Indem Reisende dank KI durch die einzelnen Stationen der Reise geführt werden, vom Taxi über die Hotelbuchung bis zum Lunch, können sie sich vertrauensvoll zurücklehnen, um zu entspannen oder die gewonnene Zeit nutzen, um sich auf andere Aufgaben zu konzentrieren.

Sich ändernde Nutzungsmodelle (beispielsweise durch die Corona-Pandemie oder der Trend zum Pendeln in die Megacitys) erfordern rasche Anpassungsfähigkeit bei Mobilitätsanbietern. Die Bereitstellung innovativer und dennoch profitabler Lösungen sowie die Optimierung des ÖPNV* (“Uber-isierung” des ländlichen Verkehrs) durch neue Mobilitätsdienste werden dabei nur ein paar der Kernaufgaben sein, für die Software den entscheidenden Beitrag leisten wird.

Ausblick: Autonome Mobilität läutet die nächste Phase der Digitalisierung ein

Autonome Mobilität ist der nächste Schritt hin zu einem vollständig vernetzten Verkehrsnetzwerk: Autonomes Fahren ist keine Zukunftsmusik mehr und eröffnet nie dagewesene Möglichkeiten – sei es, um während der Fahrt zu arbeiten oder die neu gewonnene Sicherheit, dass das Auto die Kontrolle übernimmt, sollte man selbst einmal zu müde werden, um das Fahrzeug sicher von A nach B zu bewegen. Zugleich wird das Fahren durch neue Antriebstechniken und Leichtbauweisen umweltschonender als je zuvor.

Für eine zukunftsfähige Ausrichtung müssen Unternehmen in diesem Themenfeld aufgrund steigender technologischer Komplexität vor allem auf eines achten: Der Aufbau interner Expertise gepaart mit strategisch sinnvollen Partnerschaften (z. B. im Bereich Sensor Fusion, Simulation, AI, Data Analytics, etc) ist empfehlenswert.

Aber nicht nur auf der Straße wird sich die Art und Weise unserer Fortbewegung ändern: Elektro-Lufttaxis wie Lilium oder die Hochgeschwindigkeitsverkehrsrevolution Hyperloop werden es ermöglichen, binnen kürzester Zeit von A nach B zu gelangen – und dabei auch noch den Planeten vor zusätzlichem CO2-Ausstoß zu schützen.

Ein wichtiger Ansatzpunkt für Staaten, Länder und Anbieter ist also die User Experience: Erst, wenn die Anwenderinnen und Anwender einen Vorteil gegenüber herkömmlichen Transportmitteln erkennen können sowie der Komfort in der Nutzung gegeben ist, werden sich alternative Antriebsformen und Mobilitätsdienste durchsetzen können. Um dorthin zu gelangen, ist Kooperation unerlässlich, beispielsweise in Form von anbieterübergreifenden Softwareplattformen und API-Schnittstellen, durch die sich erst eine reibungslose Customer Journey erreichen lässt.

Für uns ist klar: Erfolgreiche Geschäftsmodelle in der zukünftigen Mobilitätsbranche erfordern vernetzte Daten-Plattformen und Ökosysteme zur Erreichung übergeordneter (Klima-)Ziele. Ohne Eco-Systeme (anstatt Ego-Systeme) und den Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie die notwendige Kooperation der Akteure und das Erzeugen von Synergien, werden diese jedoch nicht zu erreichen sein.

Die Zukunft der Mobilität ist getrieben durch Digitalisierung – dabei stehen wir als Partner für Softwareentwicklung, KI und Cloud gerne zur Verfügung. Wir digitalisieren Mobilität, damit Sie mehr bewegen können.


Philipp Greindl FLAP PHOTOGRAPHY

Philipp Greindl/FLAP PHOTOGRAPHY

Dominik Rockenschaub ist Industry Focus Leader Automotive bei Cloudflight. Als zertifizierter Scrum Master und Senior Agile Project Lead unterstützt Dominik mit seinem Team namhafte nationale und internationale Kunden aus den Bereichen Transport, Logistik und Automotive bei Cloudflight. 

Das Unternehmen ist einer der führenden Softwareentwickler und KI-Lösungsanbieter in Europa und wurde 2019 durch den Zusammenschluss von Catalysts, einem wegweisenden Lösungsanbieter für kundenspezifische Software und künstliche Intelligenz, und dem renommierten IT-Beratungs- und Analystenhaus Crisp Research gegründet. Durch die Kombination dieser Expertise bietet Cloudflight seinen Kunden ein ganzheitliches End-to-End-Serviceportfolio – von strategischer Beratung über Individualsoftware-Entwicklung bis hin zum Cloud-Betrieb. www.cloudflight.io.

 

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