FÜR FRAUEN, DIE DIE DIGITALE WELT PRÄGEN

HEDY LAMARR PREIS DER STADT WIEN

Der Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien zeichnet Forscherinnen in Österreich für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der Informationstechnologie aus. Er betont die Rolle und Bedeutung von Frauen in der IT und stärkt diese. Namensgeberin ist die in Wien geborene Hollywood-Schauspielerin und Wissenschaftlerin Hedy Lamarr.

Die Stadt Wien verleiht den Hedy Lamarr Preis jedes Jahr gemeinsam mit DigitalCity.Wien und Urban Innovation Vienna. Der Preis ist mit EUR 10.000 dotiert. Die Preisträgerinnen dienen der nächsten Generation als Vorbilder und motivieren junge Frauen, einen Beruf in der IT-Branche zu ergreifen.

PREISVERLEIHUNG 2021

DIE NOMINIERTEN

Der Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien wird 2021 im Rahmen der Digital Days zum vierten Mal vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet am 19. Oktober statt.

Die Nominierten sind:

  • Jiehua Chen, TU Wien
    Forschungsfokus: Effiziente Algorithmen für gesellschaftliche Entscheidungsprozesse
  • Manuela Geiß, Software Competence Center Hagenberg
    Forschungsfokus: Algorithmen in der Künstlichen Intelligenz
  • Fariba Karimi, Complexity Science Hub
    Forschungsfokus: Algorithmische Verzerrungen in sozialen Netzwerken und ihre Auswirkungen auf benachteiligte Gruppen
  • Vesna Krnjic, TU Graz
    Forschungsfokus: Innovative Methoden, die Mädchen und junge Frauen ermutigen, das Programmieren zu lernen
  • Johanna Pirker, TU Graz
    Forschungsfokus: Innovative Lernmethoden und immersive Erfahrungen
  • Andrea Salfinger, JKU Linz
    Forschungsfokus: KI-unterstütztes Situationsmanagement
  • Katta Spiel, TU Wien
    Forschungsfokus: Gerechtigkeit in der Gestaltung von Technologien

Eine unabhängige Fachjury, bestehend aus den Preisträgerinnen der Vorjahre und den anerkannten Wissenschaftlerinnen Ivona Brandić, Laura Kovacs und Martina Mara, beurteilt die Forschungsprojekte der Kandidatinnen und bestimmt die Preisträgerin. Für die Nominierung und Qualitätssicherung zeichnen FWF Der Wissenschaftsfonds, WWTF – Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds und FFG – die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft verantwortlich.

Wissenschaftlerin und Hollywood-Star

Hedy Lamarr

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© Image by 272447 from Pixabay

Der Hollywood-Star Hedy Lamarr galt einst als weltweit schönste Frau. Ihre Rolle als Wissenschaftlerin und ihre Pionierarbeit im Bereich der Mobilfunktechnik ist hingegen kaum gewürdigt worden. Als österreichische Jüdin, die in die USA emigrierte, erfand sie ein störungsgesichertes Fernmeldesystem, das zur Niederlage des Dritten Reiches hätte beitragen können. Sie wurde aber von der amerikanischen Marine abgewiesen – sie solle lieber Küsse gegen Kriegsanleihen verkaufen. Erst kurz vor ihrem Tod wurde ihre Erfindung entdeckt, die als Basis der heutigen Kommunikationstechnik dient: Hedy Lamarr erfand jene Technologien, die Bluetooth und WLAN ermöglichten. 2014 wurde sie posthum in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen. 

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der „Tag der Erfinder“ an Hedy Lamarrs Geburtstag, am 9. November gefeiert.

Preisträgerinnen

DiDays20 Web 965 Aspect Ratio 1 1
Laura Nenzi (2020)
HeadyLamarrPreis C David Bohmann Web 113 Aspect Ratio 1x1
Martina Lindorfer (2019)
Dday2 823 Web Aspect Ratio 1x1
Verena Fuchsberger-Staufer (2018)
Hedy Lamarr Preisträgerin 2020

Laura Nenzi

© Urban Innovation Vienna / David Bohmann

© Urban Innovation Vienna / David Bohmann

Der  Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien 2020 wurde an die, an der TU Wien tätige, italienische Forscherin und Schauspielerin Laura Nenzi vergeben. Die Verleihung fand im Rahmen der Digital Days 2020 statt.

„Wir leben in einer von Software gesteuerten Gesellschaft. Der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) erleichtert unseren Alltag, allerdings stellen sich auch besorgniserregende Fragen“, erklärte Univ-Prof. Dr. Laura Kovacs ihrerseits die diesjährige Schwerpunktsetzung der Jury auf den Bereich der Grundlagenforschung. „Die Arbeit von Dr. Laura Nenzi schafft die Ausgangsbasis dafür, gültige Antworten auf diese dringlichen Fragen zu finden“, so Kovacs weiter in der Jurybegründung. „Um Modelle des ,Machine Learning‘ zu erklären und das Verhalten von cyber-physischen Systemen vorherzusagen, kombiniert Dr. Nenzi den streng logischen Zugang der Informatik mit ,deep mathematics‘. Die Resultate dieser Methodik lassen uns in Folge das ultimative Ziel erreichen, nämlich die vermeintlich ,schwarze Magie‘ der KI in einen erklärbaren und zugänglichen Ansatz für ExpertInnen und EndbenutzerInnen zu übersetzen.“

In ihrer Dankesrede betonte Laura Nenzi, dass es ihr eine große Ehre sei, diesen Preis zu erhalten. Erstens, weil sie in einem Informatikbereich arbeite, der weniger bekannt sei – ,Formal Methods’. Sie sei stolz, dieser speziellen ,Community’ Sichtbarkeit zu verleihen. Zweitens, weil Hedy Lamarr auch Schauspielerin war. Laura Nenzi spielt seit ihrer Schulzeit selbst Theater. Ihr Forschungsprojekt “High-dimensional statistical learning: New methods to advance economic and sustainability policies” an der TU Wien wird mit 2 Mio. Euro vom FWF (Österreichischer Wissenschaftsfonds) gefördert.

Hier finden Sie einen Rückblick inkl. Live-Mitschnitt.

Hedy Lamarr Preisträgerin 2019

Martina Lindorfer

David Bohmann

© David Bohmann

Die Verleihung des zweiten Hedy Lamarr Preises der Stadt Wien fand am 5. November 2019 im Rahmen der Digital Days 2019 statt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde von den Stadträtinnen Veronika Kaup-Hasler und Kathrin Gaal an Prof. Martina Lindorfer vom Institut für Logic and Computation der TU Wien übergeben. Martina Lindorfer untersucht, welche Gefahren im Internet lauern und wie man sich und seine Privatsphäre schützen kann. Viel zu oft sind Gefahren und Sicherheitslücken im Internet, die zu gefährlichem Datendiebstahl führen können nicht offensichtlich. Martina Lindorfer erforscht Methoden zur automatisierten Erkennung und Abwehr von Schadprogrammen auf mobilen Geräten und stellt die Ergebnisse ihrer Arbeit öffentlich zur Verfügung. 

In ihrer Danksagung sagte Martina Lindorfer: „Ich fühle mich durch diese Anerkennung in meiner Entscheidung eine Forschungskarriere einzuschlagen bestätigt.“ Sie ist sich der geringen Zahl von Frauen in der IT-Welt bewusst: „Ich hoffe durch meine Rolle als Professorin an der TU Wien mehr Mädchen für das Thema IT-Sicherheit begeistern zu können.“

Hier finden Sie einen Rückblick inkl. Live-Mitschnitt.

Hedy Lamarr Preisträgerin 2018

Verena Fuchsberger-Staufer

David Bohmann

© David Bohmann

Verena Fuchsberger-Staufer arbeitet im Spannungsfeld zwischen Informatik und Sozialwissenschaften. Sie benutzt für ihre Forschung nicht nur die Informatik, sie arbeitet auch aktiv an der Entwicklung neuer Methoden, die vielfältige Anwendungen in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens finden. Sie schafft es, den Spagat zwischen Grundlagenforschung und der konkreten potentiellen Anwendung sehr beeindruckend darzulegen.

Mit dem Preis wurden ihre außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie ausgezeichnet. Auch Hedy Lamarrs Sohn, Anthony Loder, der bereits zwei Tage davor bei einem exklusiven Kamingespräch persönliche Einblicke aus dem Leben seiner Mutter teilte, war bei der Preisübergabe dabei.

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