Digitale Identität: Mit Sicherheit wachsen
Damit die Digitalisierung für Menschen und Unternehmen ein sicherer Gewinn sein kann, braucht es unterschiedliche Voraussetzungen. Eine davon ist die sichere digitale Identität. Denn massenweiser Identitätsdiebstahl untergräbt das Vertrauen in Wirtschaft, Institutionen und Staaten im Online-Bereich. Die Europäische Union hat die Herausforderungen erkannt: Mit der Verabschiedung der eIDAS-Verordnung wurde ein weiterer Schritt unternommen, um einen interoperablen und harmonisierten grenzüberschreitenden Austausch elektronischer Identitäten zwischen EU-Mitgliedstaaten zu ermöglichen.
Jetzt geht es darum, entsprechende – vor allem userfreundliche – Lösungen anzubieten und umzusetzen. Die sichere digitale Identität soll einem nicht nur den Zugang zu Diensten des Staates (E-Government) und von Dienstleistern, wie Banken, gewährleisten. Sie soll den gesamten Alltag vereinfachen.
Dafür, dass man seine sichere Identität immer und überall dabei haben kann, ist das Smartphone derzeit die erste Adresse. Mit der steigenden Verbreitung von Smartphones und ihren wachsenden Funktionalitäten ist es der logische nächste Schritt, auch die sichere digitale Identität über das Smartphone zu organisieren.
Die OeSD verfügt dabei über eine bemerkenswerte Technologie – und das schon seit 2015: Eine der ersten Lösungen für sichere digitale Identität ist My Identity App, kurz MIA. Damit lassen sich Ausweise einfach und hochsicher am Smartphone abbilden. Entwickelt wurde MIA von der youniqx Identity AG, einer Schwester des renommierten Hochsicherheitsunternehmens Österreichische Staatsdruckerei GmbH. Der große Vorteil von MIA: Es werden keine Daten am Smartphone gespeichert, sondern im Zuge der Verwendung nur anzeigt. Somit kann z.B. der Führerschein in Zukunft zu Hause bleiben und muss nicht mehr mitgeführt werden. Einfacher, bequemer und sicherer geht´s nicht.
Neben der Entwicklung neuer digitaler Lösungen für Ausweisdokumente arbeitet die youniqx Identity AG bereits an neuen sicheren Identitätslösungen auf Blockchain-Basis. Ziel dabei ist es ein Ökosystem für self sovereign identities zu schaffen. Dies soll Benutzern die Hoheit über ihre Daten geben und ein höchst mögliches Maß an Privacy gewährleisten.
Derartige innovative Lösungen sind nicht nur der Schlüssel zu mehr Sicherheit, sondern auch zu mehr Wachstum und Arbeitsplätzen: Während traditionelle Branchen in Europa von 2008 bis 2011 um bis zu 3,6% schrumpften, florierten Branchen, in denen digitale Identitäten ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts sind, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 15%. Mit Sicherheit zu wachsen ist eben der bessere Weg in die Zukunft.
Ing. Mag. Lukas Praml ist CEO der Österreichischen Staatsdruckerei (OeSD). Hier war er maßgeblich an der Entwicklung des österreichischen Sicherheitsreisepasses beteiligt. Dieser zählt mit seinem integrierten Chip zu einem der sichersten Reisedokumente der Welt. Auf Lukas Pramls Initiative hin gründete die Staatsdruckerei im Jahr 2010 den Bereich „Innovations“. Er initiierte zudem die Personalisierung von ID-Dokumenten in der Staatsdruckerei. Seit 2013 ist Lukas Praml CEO der Österreichischen Staatsdruckerei mit Arbeitsschwerpunkt sichere digitale Identitäten, Innovation und exponentielle Technologien. Mit der im November 2015 vorgestellten Innovation My Identity App (MIA) entwickelte die Staatsdruckerei die international vielbeachtete weltweit erste voll integrierte Lösung für sicheres elektronisches Identitätsmanagement.